Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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S.C.H.U.U.L.E.


S.C.H.U.U.L.E. ist eine Performance von Susann Maria Hempel und Cássio Diniz Santiago in Form eines szenischen Klassenzimmers. Zwölf Professoren vermitteln darin ein Wissen, das gewöhnlich von keinem Rahmen erfasst wird, sie gewinnen es aus den Erfahrungen ihrer Leben „mit Behinderung“. Das Publikum ist eingeladen, den Platz der Schüler einzunehmen und an einer performativen Lektion teilzuhaben, die versucht, „uns ein Bild unserer selbst zurückzugeben, in dem wir uns selbst nicht wiedererkennen.“ (Maniglier, 2005)

„Der performative Lehrplan der S.C.H.U.U.L.E. entstand im Schattenriss eines Klassenzimmers, dessen „relatives Gefüge“ auf dem Kopf steht: von einer minoritären auf die autoritäre Position verschoben, treten die Akteure dieser S.C.H.U.U.L.E. aber nicht auf karnevaleske Weise in Erscheinung; statt die Vermittlung von kanonisiertem Wissen zu parodieren, verhandeln sie ihr je eigenes Lebenswissen. Die (noch andauernde) Projektarbeit verstehen wir deshalb als eine performative „Forschungsarbeit“, um das lebensimmanente Wissen von Personen zu bergen, die gewöhnlich an der Produktion von Wissen nur als deren „Objekte” teilhaben. Gesprochene Sprache erweist sich dabei meist als das am wenigsten geeignete Mittel - weshalb zunächst einmal wir es sind, die von den Akteuren lernen müssen, wie wir uns performativ begegnen können. Denn die Erfahrung der S.C.H.U.U.L.E ist die Erfahrung des Anderen: der nicht vorausgesehen und nicht vorausgedacht werden kann, dem konventionell nicht zu begegnen ist und mit dem wir „Sprache” nicht unbedingt gemein haben - jedenfalls keine Übereinkunft, was die Zeichen angeht, mitunter nicht einmal das Lesen und Schreiben von Gesichtern.”


Performance von Susann Maria Hempel und Cássio Diniz Santiago
Dauer: 90 Minuten
Das Lehrerkollegium: Katharina Gypser, Josefine Kappert, Madlen Schädelich, Christoph Schörlitz, Katja Springer, Sandy Stölzel, Horst Kirchner, Thomas Brix, André Künzel, Olaf Müller, Robert Nawroth, Ronny Stölzel.

Ein Projekt des Diakonieverein Carolinenfeld e.V. in Kooperation mit dem Alte Papierfabrik Greiz e.V.

Gefördert von der Akademie der Künste Berlin, der Aktion Mensch und dem Landkreis Greiz