Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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De Rerum Natura. Zufällige Abweichungen


Raumkomposition für Stimme, Körper, Schlagwerk und Elektronik nach Motiven von Lukrez

Wir befinden uns in freiem Fall. Atome stürzen, der Schwerkraft folgend, herab, und nur durch plötzliche, Abweichungen kommt der Zufall in die Welt: Atome kollidieren, und so entstehen Welten. Lukrez' Naturtheorie änderte das Denken der Menschen radikal, als er im 15. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Aber im Zeitalter der Informationstechnologien, Sicherheitskonzepte und ökonomischen Berechnung scheinen Zufall und Abweichung längst gebannt. Alles ist vermessen und kartographiert, unsere Wünsche, Ziele und Zukunft algorithmisch vorweggenommen berechnet.

Während das Lehrgedicht „De Rerum Natura“ die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte und die Basis unserer modernen Weltsicht bildet, enthält es doch auch einen poetischen Gegenentwurf. Suchen wir (wieder) die Abweichungen im Vertrauen auf die eigene Wahrnehmung. DE RERUM NATURA beschwört die Nachtseite der Vernunft, die Illusionskraft des Theaters und die Fiktion, die uns zu immer neuen Realitäten (ver)führt. Zwei SchauspielerInnen, ein Sänger und eine Perkussionistin begeben sich dafür in einen Raum aus perkussiven Klängen, vibrierenden Flächen und forschenden Stimmen und versuchen, der Imaginationskraft ungeahnte Spielräume zu öffnen.

Inszenierung: Gregor Glogowski und Benjamin Hoesch
Sounddesign: Sebastian Schottke
Dramaturgie: Björn Mehlig / Harald Wolff
SchauspielerIn: Paula Schrötter / Magnus Pflüger
Gesang: Marcus Licher
Percussion: Špela Mastnak