Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Stadt in Aufruhr


Europa ist in der Krise, soviel steht fest. Nicht nur die nackten ökonomischen Zahlen lassen hierauf schließen, vielmehr noch erleben wir massive soziale Spannungen und Verwerfungen. Während jedoch manche unserer europäischen Nachbarn hierin zu versinken drohen, bleibt Deutschland eigentümlich unberührt von diesen Entwicklungen. GRUPPE INTERNATIONAL wagt deshalb gemeinsam mit Trierer Bürgerinnen und Bürgern ein Gedankenexperiment, das die gemütliche deutsche Wohlstandwelt verlässt und verlangt, das Ganze in Frage zu stellen:

Was, wenn die gegenwärtige Krise, die allabendlich über die Bildschirme flackert, auch in Deutschland ankommen wird? Was, wenn Protest, Arbeitslosigkeit und Armut den Alltag der Trierer im Jahr 2025 bestimmen? Was, wenn die Zukunft der Stadt nicht ganz so rosig aussehen wird, wie sie in Hochglanzbroschüren und politischen Sonntagsreden scheint? Der theatraler Stadtrundgang „Stadt in Aufruhr“ geht dieser Zukunftsvision nach und lädt die Zuschauer ein, Teil der Ereignisse in Trier im Jahr 2025 zu werden. Die Zuschauer werden auf spektakuläre Weise die Folgen von Occupy erleben, sie werden Karl Marx und plündernde Hausfrauen treffen und das längst vergessene revolutionäre Potenzial der Stadt Trier neu entdecken. „Stadt in Aufruhr“ ist eine bewegende Zeitreise, die Altbekanntes und Vergessenes in neuem Licht erscheinen lässt und die Poesie des Zukünftigen freilegt.

Die TUFA zeigt „Stadt in Aufruhr“ als Beitrag zum Festival MAXIMIERUNG MENSCH des Theaters Trier. Die site-specific Performance wurde in den letzten Monaten gemeinsam mit Einwohnern und Bürgern der Stadt und in Kooperation mit der Luxemburger Künstlergruppe MASKÉNADA entwickelt. Das Rechercheprojekt „Stadt in Aufruhr“ knüpft dabei an das strategische Papier „Trier Zukunft 2025“ an, das unlängst veröffentlicht wurde. Hier wird optimistisch skizziert: „In Trier leben 2025 110.000 Einwohner mit einer ausgewogenen Alters- und Erwerbsstruktur“. Doch was wenn nicht?

Regie & Konzeption: Roman Schmitz (MA ATW), Hannah Speicher
Produktionsleitung: Theresa Willeke
Musik: Felix Lange
Video: Roman Kuskowski
Regieassistenz: Isa Schulz
Ausstattung und Assistenz: Oliver Hofmann, Ella Möller und Christian Roth
Ensemble: Niels Wehr (BA ATW), Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Trier

Eine Kooperation von GRUPPE INTERNATIONAL mit AG Frieden, Jazz- und Pop-Chor Trier, Garde der KG Heuschreck Trier 1848, MASKéNADA Luxemburg, MGV Harmonie Osburg, Multikulturelles Zentrum Trier, Omnibus-Verkehre-Becker, Palais Trier, Theaterverein Mullebutz Nittel

Eine Produktion des TUFA e.V. und der GRUPPE INTERNATIONAL für das Festival Maximierung Mensch 4 des Theaters Trier. Gefördert durch den Fonds Soziokultur und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Mainz.