Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Die Stadt - Passanten


"Bei der Aufzeichnung von Fußwegen geht genau das verloren, was gewesen ist: der eigentliche Akt des Vorübergehens. [...] Es wird also nur noch ein Überrest wahrnehmbar, der in die Zeitlosigkeit einer Projektionsfläche versetzt wird. Die sichtbare Projektion macht gerade den Vorgang unsichtbar, der sie ermöglicht hat.“

- Michel de Certeau


Der urbane Raum unserer Zeit ist voller Kameras, die für Sicherheit stehen und die vor allem die Überwachung ermöglichen. Ihre Bilder geben einen Überblick über das Geschehen in der Stadt. Sie sind Teil einer Kontrolle des städtischen Raumes durch staatliche und private Autoritäten. Es ist die Perspektive der Macht, der Blick von oben auf das, was unten ist. Was ist unten? Die Menschen, die ihre mehr oder weniger alltäglichen Wege gehen und dabei die Orte zu Räumen machen. Ihre Schritte schreiben Geschichten. Jeder Versuch, die Geschichten zu kartographieren oder aufzuzeichnen scheint vergeblich, denn es verlangt, die Perspektive der Gehenden zu verlassen und die Unmittelbarkeit der Handlung geht in der Aufzeichnung verloren. Die Stadt – Passanten bleibt in der Perspektive der Vorübergehenden, gewährt einen Blick auf die Geschichten und lenkt das Auge auf die Details. Es ist die Suche nach einer Kamera, die nicht dem Blick der Überwachung folgt, die dem Betrachter den Überblick entzieht.
Die Stadt - Passanten ist eine Videoinstallation über das Gehen, das alltägliche Vorübergehen und über die Gehenden in der Stadt.


Konzept, Video, Sound: David Rittershaus

Ab 11.10.2013 im SCHAU!Fenster auf dem Marktplatz der Stadt Horb zu sehen. Bis 10.11.2013.

Nominiert für den Medienkunstpreis 2014 des Antonie-Leins-Künstlerhaus und der Stadt Horb