Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Ich see nicht meer lila


Interaktives Kammerspiel für eine öffentliche Toilette, in der Tiefsee der Provinz, im schwarzen Land gleich um die Ecke.

Heute zum zweiten Mal vom Phänomen geträumt. // Bonn 1988

Erscheinen. Verschwinden. Erscheinen // Großen-Linden, Linden, in der Nacht des 5.Mai

Mutter zum Kind: Weißt du wieviel ich schon gearbeitet habe? Oma zu Mutter: Du bist aber auch 30 Jahre älter als er. // Seltersweg, vorgestern.

Die Auslage der Bäckerei wird bis zum Schluss ganz aufgefüllt. Der Kunde kommt wenns voll ist. Und dann ab damit.
obi, 2009


Ein Meer im Bahnhof von Bratislava. Wellen, die gegen Mauern springen. Der Bahnhof ist überflutet. Leute schwimmen vorbei, dazwischen ein Rotbarsch. „Guten Tag“ - „Guten Tag“ - „Guten Tag“ - „Guten Tag“ - „Guten Tag“ - „Guten Tag“. „Hallo, Herr Rotbarsch. Wohin Woher?“ „Zur Gegenwehr.“ „Aha.“ „Naja, man tut was man kann irgendwann.“ „Nur nicht heute, wo doch die Sonne so schön rot ist.“ „Ich wurde gefischt als Fisch.“„Nein, Sie sind nur nach Bratislava gereist, Herr Rotbarsch.“ „Nunja.“ „Und wie stellen Sie sich ihr künftiges Leben im ehemaligen roten Block vor?“ „Fragen Sie meine Familie!“„Ach nein, das dann doch nicht.“ „Sie kommt ans Licht.“ „Schwimmt sie hier auch durch Bratislava?“ „Ja, aber ohne Absicht.“ „Herr Rotbarsch, ist es nicht zu warm hier im braunen Sud des Bahnhofs, die Gleise leuchten schön, aber das wars auch schon. Herr Rotbarsch, wohnen Sie noch irgendwo?“ „Nö, ich schwimme.“