Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Patent: Night Flight


Herbordt/ Mohren
Patent: Night Flight

Wie konnten, da sie doch nicht fliegen, sondern nur fallen, Kartoffelkäfer aus Colorado Felder in Ost- und West-Europa befallen?

Diese und andere Fragen ermitteln die Akteure von Patent: Night Flight ausgehend von einer der ältesten Dramaturgien von Freiheit, Flucht und ihrem Scheitern, dem Mythos von Ikarus und seinem erfindenden Vater Daedalus: ein Argentinischer bildender Künstler in der Rolle des Erfinders, ein Frankfurter Schauspieler in der Rolle des Schauspielers, eine Slowenische Dramaturgin in der Rolle des Beobachters. Sie alle fungieren als Protagonisten und Monteure der Mythenproduktion, mit den Mitteln ihrer realen Profession schreiben sie Geschichte und Geschichten stets neu, sie alle spielen mit im Theater neoliberaler Ideale und Utopien. Patent: Night Flight fragt: Wie kann der kurze Moment, an dem der Absturz erstmals möglich scheint, zu großem Theater werden? Wie klingt das Fallen von Kartoffelkäfern? Welche stille Übereinkunft ist notwendig, um trotz nahendem Sturz mit einem siegessicheren Lächeln weiterzumachen? Welche Grenzen, die so nicht mehr existieren, reizen zu immer neuen Fluchten? Wie klingt die Implosion von Geschichte und Erinnerung?

Mit Martin Fernandez, Max Landgrebe, Katja Praznik
Konzeption Regie Bernhard Herbordt, Melanie Mohren
Licht- Videodesign, technische Leitung René Liebert
Kostüme, Mitarbeit Bühne Anne Kuhn
Ton Christian Stoehr

Produktion Herbordt/ Mohren
Koproduktion Künstlerhaus Mousonturm

mit freundlicher Unterstützung Pact Zollverein Essen, Schwankhalle Bremen, Hessische Theaterakademie, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Fonds Darstellende Künste, Goethe Institut Inter Nationes, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Premiere: 08.12.2004, 21h Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Weitere Aufführungen: 09.-11.12.2004, 21h Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Tickets: 069. 40 58 95 20



Bernhard Herbordt (*1978) und Melanie Mohren (*1979) studieren seit 1998 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Giessen. Seit 1999 entstehen gemeinsame interdisziplinäre Projekte, Raum- und Audioinstallationen, Arbeiten für Rundfunk, Theater und Site-Specific-Environments. 2000 produzierten Herbordt/ Mohren das Hörspiel looking for a small story (ausgezeichnet mit dem NRW-Hörspielpreis 2001), 2001 entstand world in a box - Audiotheater für zwei Zuschauer im Auftrag des Hessischen Rundfunks, zu sehen während dem Diskurs-Festival, dem unidram Festival, der Hessischen Theatertage 2002, die Wüste lebt - Festival junger Theaterregie der Hamburger Kammerspiele, Plateaux Festival des Künstlerhaus Mousonturms sowie 2003 auf dem ITs Festvial in Amsterdam. 2003 realisierten Herbordt/ Mohren in Kooperation mit Bühnenbildnern aus Wien die Installationen alibi n und placebo square, erstmalig ausgestellt während dem Festival Junger Talente in Offenbach, weitere Ausstellungen 2004 am Künstlerhaus Mousonturm sowie auf Kampnagel. Herbordt/ Mohren waren während des diesjährigen Context Festival zu Gast im Berliner Zimmer des Hebbel am Ufers und stellten dort in einer Lecture Performance die Bühnenarbeiten Kapital N.N. - Theaterhommage für Schauspieler und Elektronik (Premiere auf den diesjährigen Hessischen Theatertagen) und Patent: Night Flight vor. Ein Arbeitstipendium der Filmstiftung NRW ermöglichte im Juli 2004 die Fertigstellung des Hörspiels City Levels. Zurzeit arbeiten beide an ihrer Diplominszenierung Patent: Night Flight.