Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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an meiner statt


Musiktheaterperformance
von Christian Grammel, Matthias Mohr, Suha Sung und Luise Voigt

an meiner statt ist dem Topos Heimat gewidmet. Aus dem Widerspruch, der uns das Wort Heimat nur aus der Ferne näher zu bringen weiß, nährt sich unsere Auseinandersetzung mit dem Ort Bühne, der wie ‘Heimat’ all das repräsentiert, was nicht anwesend ist.

So stellt sich uns auch die Frage nach dem Ort des Körpers. Auf der Bühne wird er zum Platzhalter, er sehnt sich an meiner statt. Und so konstruiert sich etwas anstelle dieses Körpers und doch in ihm verankert. Er verwickelt sich in einen Raum, der von fremder Heimat erzählen will. Wir fordern unsere Erfahrung von Sehnsucht an seiner statt ein.

Die Geigerin und Komponistin Suha Sung tritt gegen diesen Bühnenraum an: sie stellt sich den deutschen Heimatliedern und bemächtigt sich ihrer, sie greift ein in Klang und Licht, sie unterwandert unsere Bilder von Heimat, führt sie ad absurdum.

„ Das Anwesende ist das, was vorübergeht, das Anwesende geschieht, es verweilt in diesem transitorischen Übergang, im Kommen und Gehen, zwischen dem, was kommt und dem, was geht, in der Mitte von dem, was hervorkommt und dem, was hinweggeht, an der Gelenkstelle zwischen dem, was sich vergegenwärtigt und dem, was sich entgegenwärtigt.“ J. Derrida

Es wird unklar, wer den Klang erzeugt, der Apparat oder die Performerin, unklar, woher die Stimme kommt und wer ihre Ursache ist, unklar, ob es meine Bilder oder erzeugte Bilder sind, die ich sehe und unklar, ob ich sie sehe.


Performance, Violine, Komposition: Suha Sung
Audio und Klangregie: Matthias Mohr
Dramaturgie, Bühne, Licht: Christian Grammel
Text und Regie: Luise Voigt