Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Imitation of Life


Konzept und Regie: Boris Nikitin | Darsteller, Texte: Beatrice Fleischlin, Malte Scholz | Bühne: PanteraPantera | Dramaturgie: Cecilie Ullerup Schmidt | Technik: Matthias Meppelink | Produktion: Hendrik Unger

Eine Produktion von Boris Nikitin in Koproduktion mit dem Festival "Treibstoff '09"/Kaserne Basel und dem Theater Hebbel-am-Ufer Berlin (HAU). Gefördert aus den Mitteln des Haupstadtkulturfonds.



Gefälschte Bilder, gefälschte Tagebücher, gefälschte Geheimdienst-Berichte, gefälschte wissenschaftliche Protokolle, gefälschte Biographien, gefälschte Identitäten – zu irgendeinem Zeitpunkt wird ihnen allen Glauben geschenkt. Mit der Entlarvung gerät ans Licht, was ungeheuerlich erscheint: Dass unsere Wirklichkeit fingiert sein könnte.

«Imitation of Life» widmet sich der Fiktion in Form eines dokumentarischen Stückes über Betrug, Manipulation und die Macht der Behauptung. Im Mittelpunkt stehen zwei Schauspieler und ein Fälscher. Sie sind Experten der Verstellung und teilen die Fähigkeit, sich als jemand anderes auszugeben. «Imitation of Life» ist ein Stück über die Spezialisten des «als ob», ein theatraler Seiltanz zwischen gewissen und ungewissen Informationen. Das Stück erzählt vom Abgrund hinter unserer vermeintlichen Sicherheit, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Es zielt auf den Ursprung unseres Misstrauens, ob unser Gesprächspartner wirklich sagt, was er denkt, ob unser Partner heimlich fremdgeht, ob wir von Verkäufern betrogen werden, und ob unsere Nachbarin eigentlich die Person ist, für die sie sich ausgibt.


Presse:


"Die vielleicht elementarste Arbeit des Festivals ist Boris Nikitins "Imitation of Life", eine Performance, in der Malte Scholz und Beatrice Fleischlin mit scheinbar authentischen Episoden aus ihrem Leben das biografische Erzählen auf der Bühne infagre stellen - in einem Stück, in dem uns gezeigt wird, wie sich die Ichs in Einheiten zergliedern lassen, wie mit Musikeinspielungen im raum das Gesagte seine Wirkung verändert und wie mit Lichteffekten tief in unsere Gefühlsstruktur eingedrungen werden kann. Bei Nikitin wird augenfällig, was auch bei den beiden anderen "Gipfelstürmer"-Produktionen gilt: Jenseits des Repräsentationszwangs wird die Bühne zu einem ort, an dem wir unsere Weltwahrnehmung reflektieren können" (Tagesanzeiger, anlässlich des "Gipfelstürmer"-Festivals 2011)

„Subtil zeigt uns die Aufführung die Entstehung von Theater (...) Nikitin gibt dem Spiel der beiden Darsteller Raum und Zeit. Der junge Basler ist überhaupt eine erstaunliche Regiebegabung, intelligent und mit einem ausgeprägten Bühneninstinkt. Ihm gelingen Momente von magischer Schönheit“ (Basellandschaftliche Zeitung, 2009)

„Bei Nikitin wird die Ästhetik der Laien, Experten, Komplizen oder auch der Profis noch einmal weitergedacht. Kaum eine Regiegruppe, die den Status dessen, wovon sie erzählen und berichten lässt, den Status des Dokuments also, so sehr in Frage stellt, wie Nikitin(...). Es ist faszinierend zu sehen, wie wenig das Theater braucht, um gut zu sein.“ (taz, 2009)