Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Lilly - ein Solo


Lilly liest aus der Erinnerung und setzt sich mit den dabei entstehenden Lücken auseinander. Im Wechsel von Nahaufnahme und Totale stehen sich Bruchstück und Memorien gegenüber. Es offenbaren sich Kanäle, durch welche das Zurückliegende in den erfahrbaren Raum dringt. Es gibt kein Bedauern; dem Riss, dem Bruch, dem Blackout, wird für einen Moment das Grauen genommen. Im Fluchtpunkt der Zentralperspektive erscheint und verschwindet ein Körper. Er richtet den Blick auf die Lücke und führt zu ihrer lustvollen Besetzung. Die gehörten Stimmen entziehen sich einer klaren Verortung. Wer spricht da? Die Medialität der Erinnerung wird anhand Radio, Sampler und Telefon ins Spiel gebracht und unterstützt ihre Materialität. Dadurch wird ein Raum geöffnet, innerhalb dessen eine je immer andere Version des Erinnerten möglich wird.