Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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3xMüller


Das Programm mit drei Arbeiten zu Heiner Müller ist das Geschenk des Instituts zum 20. Geburtatg des Mousonturm Frankfurt ("Schenken macht schön") und der Beitrag zum Körber Studio Junge Regie 2009.


"In der Strafkolonie" nach Franz Kafka
Regie: Cecilie Ullerup Schmidt

In einer weißen Wüste von therapeutischen Tageslichtlampen umgeben, quert ein maschinenhafter Frauenkörper durch die Zeit, den Blick in die Zukunft gerichtet streicht an ihr die Vergangenheit vorüber. Erleichternde Strafen werden mit der Sprache verhängt.

„Der Kern des Problems ist, dass man Töten denken kann. Wenn man es für notwendig hält, hat man nicht das Recht, es selbst nicht zu tun: es nur zu delegieren, wäre unmoralisch." Heiner Müller



"Verkommenes Ufer"
Regie: Ferdinand Klüsener und Stefan Behrendt

Man tut viel um eine Emotion zu haben. Man liebt, säuft, raucht oder nimmt Drogen. In den meisten Fällen dringt der Reiz auf den Körper ein, auf die Augen, Ohren, auf die Haut, Finger, Füße und produziert eine Reaktion im Inneren. Die Emotion entsteht im Innern und bildet sich ab, in Mimik, Gestik, Melodie, im Körper.
Die Emotion verläuft von innen nach außen. Die Größe schlägt sich im Körper nieder. Aber was, wenn die Größe falsch ist?


"Herakles 2"
Regie: Tobias Rosenberger

Kunst ist keine Therapie, Kunst ist Freiheit. Sie erlaubt uns, einen Raum zu besetzen, in dem die Angst keinen Platz mehr hat. Herakles2 ist in erster Linie aesthetisches Programm und Wahrheitssuche: "Weder in der Philosophie, noch in der Kunst geht es um Beweis oder Meinung. Es geht um eine Setzung, um Behauptung. Die Behauptung unterscheidet vom Beweis und der Meinung, dass sie ohne Gewissheit auskommen muss. [...] Es geht darum, als Subjekt im Ungewissen eine Wahrheit zu berühren und dieser Berührung eine Form zu geben, Sprache" (Markus Steinweg).

Gesang/Gitarre: René Rothert


"Ana Berkenhoff findet hierbei einen ganz eigenen Ton mit den Texten Heiner Müllers auf eine Weise umzugehen, die die Texte weder psychologisch auflädt noch trocken abliefert, sie nicht vereinnahmt und damit den Hörern enteignend wegnimmt, sondern in einer überraschend offenen Fragilität dem Vergnügen und Verstehen der Zuschauer anheim stellt. Mit einer unabhängigen körperlichen Präsenz, die diese Texte nicht doppeln muß."

Heiner Goebbels