Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Wohlstand


Wohlstand ist eine performative Installation im öffentlichen Raum, die über Geld meditiert.

An einem öffentlichen, von Fußgängern frequentierten Ort wird ein offziell anmutender Münzautomat aus Edelstahl installiert, der sich mal unauffällig, mal als völliger Fremdkörper in seine Umgebung einfügt. Die Funktionsweise dieses Automaten ist simpel: Eine Uhr, die zu Beginn Null zeigt, kann durch Münzeinwurf aufgezogen werden und zählt dann die Zeit herunter – je mehr Geld, desto mehr Zeit. Nach Ablauf der Zeit wird das eingeworfene Geld wieder auf den Boden ausgeschüttet – und jeder kann es aufheben.

Ein Mensch agiert in Abhängigkeit vom Automaten. Läuft die Uhr, verharrt er in einer Meditationshaltung neben ihm: Eine Nicht-Aktion, angetrieben vom Geldfluß durch die Maschine. Steht die Uhr aber auf Null, hat der Mensch Pause, ist ansprechbar und verheißt Antworten auf die Frage, was das alles soll – sofern er nicht schon zu erschöpft ist.

Die Antworten sind nicht konsistent und lenken dadurch auf weitere Fragen hin, etwa darüber, was Geld ist und wie es den öffentlichen Raum formt; was Arbeit, Geld und (Frei-)Zeit verbindet, und ob das so sein muß; und ob ein perfekter Lohnarbeits-Konsum-Mensch gegenüber Geld so leidenschaftslos und durchlässig sein muß wie ein meditierender gegenüber äußeren Reizen.

http://2016.festivaljungertalente.de/project/wohlstand/

http://made-festival.de/wohlstand

Photos: Julia Żabowska, Elena Giffel, Juliane Kutter