Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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MPDokles


Nach Friedrich Hölderlin

«Vorbei, vorbei
Das menschliche Bekümmerniß! als wüchsen
Mir Schwingen an, so ist mir wohl und leicht
Hier oben»

Erst wurde er von den Agrigentinern verehrt, dann verjagt. Jetzt sucht Empedokles die Abgeschiedenheit und findet sie am Hang des Ätna. Er geht seinem Wunsch nach, eins zu werden mit der göttlichen Natur und sich von der Belanglosigkeit des alltäglichen Menschseins zu befreien. Die Konsequenz, die er daraus zieht, ist legendenumwoben und radikal.
Das Fragment «Der Tod des Empedokles» von Friedrich Hölderlin wird als gescheiterter Versuch einer Tragödie verstanden. Im Zentrum steht ein komplexer Sprachkosmos, dessen poetischer Gestus immer auch ein politischer sein will. In einem filmischen Setting mitten in Züri-West, stellt sich diese erhabene Sprache der urbanen Banalität. Zum Monolog verdichtet, zeigt der Abend „MPDokles“ die Figur nicht nur als idealistischen Revolutionär, sondern auch als Dickkopf, Kulturpessimist, Ausreißer und tragikomischen Held, irgendwo zwischen Erhabenheit und Coming-Of-Age.