Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Café Müller: Camu(s)flage


Szenische Präsentationen zu Heterogenität, Absurdität und Wirklichkeit. Eine Zusammenarbeit von Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Künstlern mit und ohne Behinderung von Theater Thikwa, Berlin sowie mit Menschen aus Gießen und Umgebung.

Café Müller -„Tanzt, sonst sind wir verloren“, sagte Pina Bausch, die bekannte, deutschsprachige Tanztheater-Choreografin. Mit ihrem bereits 1978 im Opernhaus Wuppertal zur Uraufführung gebrachten Stück ,,Café Müller“, das derzeit in einer Neuaufnahme des Tanztheaters Wuppertal zu sehen ist, verschärfte sie die Frage nach der Bedeutung des Tanzes: „Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, als was sie bewegt.“
Was die Menschen bewegt, spricht immer auch vom gemeinsamen Anders-Sein: Studierende verschiedener Studiengänge der JLU stellten sich diesem Spannungsfeld und machten sich im Rahmen des Seminars „Café Müller: Tanz und Performance im sozialen Raum“ unter der Leitung von Dr. Petra Bolte-Picker in diesem Sommersemester im eigens dafür gecharterten TANZBUS mit Senioren und Seniorinnen aus Gießen und Umgebung auf den Weg in eine Tanzschule in Friedberg.
Was bei der Spurensuche nach dem Alter und seinen Unterschieden, nach der Etikette und dem Wissen von gestern und heute gefunden wurde, erstaunt und bringt so manch neue Erkenntnis über Gießen und die Gießener ans Licht. Ihre Ergebnisse zeigen die Studierenden in verschiedenen literarischen, musikalischen und getanzten Kurzbeiträgen.

Mit Alina Groß, Julia Kranhold, Corinna Koppert, Anna Shaposhnik, Corinna Storbeck, Alem-Adina Weisbecker, Lea Wick, Anna Wiegandt, Mitgliedern der Tanzschule Timo Müller/Friedberg und des Hessischen Tanz- und Trachtenvereins, Bezirksleitung West sowie Senioren und Seniorinnen aus Gießen und Umgebung.

Camu(s)flage: Was bedeutet Fremd-Sein? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Widersprüche in der Wirklichkeit des Alltags? Welche Gemeinschaft ist möglich, wenn die Bedürfnisse unvereinbar scheinen? Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft und Performer mit Behinderung von Theater Thikwa, Berlin trafen sich im Sommersemester 2014 zu szenischen Workshops in Gießen und Berlin, um auf der Grundlage einer Re-Lektüre verschiedener Texte des LIteraturnobelpreisträgers Albert Camus und seiner Konzeption des Absurden ein mögliches soziales Probehandeln mit dem Anderen szenisch zu erforschen. Die wissenschaftliche Vorbereitung auf diese Kooperation fand bereits im letzten Wintersemester im Rahmen des Seminars „Living in Absurdistan – Camus und Ich, die Pest“ von Dr. Bolte-Picker statt.
Ausgehend von zum Teil widersprüchlichen Erfahrungen in einer WG, in der Welt von Ton, Geräusch und Musik und in einem persönlichen Austausch zum Mythos „Liebe“ geben die Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft und die Performer von Theater Thikwa erfrischende Impulse – sowohl für das Theater als auch für das Leben heute.

Mit Jana Blöchle, Jan-Tage Kühling, Suse Pfister, Florence Ruckstuhl, Nora Schneider, Tanja Sljivar, Ricarda Sowa sowie den Performern von Theater Thikwa: Felix Brünig, Louis Edler, Gerd Hartmann, Anne- Sophie Mosch, Peter Pankow, Mereika Schulz, Carla Sternberg.

Tickets: Reservierungen per Email unter: racailles@web.de
Preise: 8,00 € / 4,00 € (Studenten, Schüler)

Förderungen:
Die Projekt „Café Müller: Camu(s)flage“ wird gefördert von der Aktion Mensch, der Stiftung Diakonie Hessen Nassau sowie von Stiftung Fönix.

Weitere Informationen:

www.facebook.com/CafeMuellerCamusflage