Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Schweigen


Wann schweigt jemand und wann wird jemand zum Schweigen gebracht? Wann wird Schweigen zu Macht und wann zur Ohnmacht? Wie spricht man über das Schweigen? Was wird verschwiegen? Abseits von Ideologie und religiösen Diskursen befragt das Performance-Kollektiv ongoing project in seiner Produktion die (Ohn)Macht des Schweigens. Ob Schweigepflicht, Schweigeminuten oder Schweigegelübde: Schweigen ist eine soziale Praxis, die zumeist als Protest, Zustimmung, religiöses Ritual, Wissen, Ahnungslosigkeit oder Geheimnis wahrgenommen wird. An einem der letzten Orte, an dem es noch selbstverständlich hingenommen wird, dass die Mehrheit der Anwesenden schweigt, möchte ongoing project das Schweigen als materielle Präsenz auf die Bühne bringen und es als Klang, Form, Musik, Rhyth-mus und Geste betrachten – als monströse Präsenz, die Kategorien und Grenzen sprengt.

Als Kollektiv für Performance, Happening, Installationen, bildende Kunst und nicht registrierte Strömungen wurde ongoing project 2011 am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet. Für das Gründungsmitglied Chris Herzog ist diese Performance, die im Rahmen einer Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie (HTA) entsteht, zugleich die Abschlussarbeit seines Studiums.