Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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Makulatur


Kehr nie mehr zurück. Etwas zu beenden, das nicht fertig getan ist, bringt oft Zweifel, birgt aber auch Potential. Die Entscheidung, einen Moment zum letzten Moment werden zu lassen, stellt die Konstruktion der Identität wieder neu zur Disposition. "I would prefer not to", sagt Melvilles Bartleby, der Schreiber. Inwiefern markiert eine Verweigerung wirklich nur das Ende einer Idee oder doch vielleicht den Beginn von etwas Neuem?

Bei ravvina/veits neuer Arbeit "Makulatur" werden Klang, Bewegung und Sprache ungesehen generiert. Sendung und Wiedergabe, Kopie, Wiederholung und Variation entstehen zugleich. Grundlage für diese Arbeit sind Kunstwerke, die nicht über ihre Konzepte hinausgekommen sind, die nie voll entwickelt wurden und denen somit auch keine Veröffentlichung zuteil wurde. Die Einsendungen wurden auf ihre Inhalte, Zusammenhänge und Texturen überprüft. Die Motive des Aufgebens, Verzweifelns oder Loslassens rücken in den Blick ebenso wie die Wertigkeit einer jeden Idee, sei sie auch noch so klein und schnell wieder verworfen