Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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theôría - eine Tagung der ATW-Studierenden


02.7.2016, Beginn: 10Uhr, Probebühne II der ATW, Gießen
Leitung: Prof. Dr. Gerald Siegmund
Mit freundlicher Unterstützung der Hessischen Theaterakademie

Konzept
Die zum dritten Mal stattfindende studentische Tagung theôría steht nicht unter einer bestimmten Fragestellung oder einem Motto und beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Gegenstandsbereich der Theaterwissenschaft. Stattdessen formuliert der Titel einen allgemeinen Anspruch an die theaterwissenschaftliche Praxis, und zwar in der etymologischen Konjunktion von „Festschau, Schaufest, Schauspiel“ und „geistigem Anschauen, Betrachten, Untersuchen, Überlegen“ im griechischen theôría einen Auftrag zu sehen, die theaterwissenschaftliche Analyse stets in einer großen Nähe zum Theater selbst zu entwickeln. Diese Nähe, die in theôría zum Ausdruck kommt, muss allerdings -- dem Verständnis von Forschung und Lehre des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft entsprechend -- immer komplex, mithin aporetisch gedacht werden als gegenseitige Bezogenheit, die gerade nicht durch die Identität, sondern durch die Differenz der beiden Pole produktiv wird. Nicht die Übersetzung, nicht die Vermittlung von Theater und Theorie, sondern das unvermittelbare Moment soll das Denken leiten, der Spalt zwischen beiden, der nur übersprungen werden kann, um je ereignishaft und kontingent neue Begriffe vom Theater hervorzubringen.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen stellen MA-Studierende der ATW auf der Tagung theôría ihre je individuellen theaterwissenschaftlichen Forschungsinteressen vor. Sie präsentieren in ihren Vorträgen ihre aktuellen wissenschaftlichen Fragen, die je unterschiedliche künstlerische Positionen, theoretische Kernfragen und Problemfelder des Fachs berühren, und geben damit Einblick in die Vielfalt der Ansätze, die derzeit in der wissenschaftlichen Arbeit am Institut verfolgt werden. Unterstützt wurden die Studierenden bei der Erarbeitung ihrer Vorträge im Rahmen des Kolloquiums von Prof. Dr. Gerald Siegmund, das im Sommersemester 2016 stattgefunden hat.

In Anlehnung an die Theatermaschine, die seit vielen Jahren erfolgreich bestehende Plattform zur Präsentation und Diskussion der künstlerischen Arbeiten der Studierenden, versteht sich theôría als Forum für die Besprechung von deren wissenschaftlichen Arbeiten. Die Tagung zielt demnach darauf ab, den wissenschaftlichen Diskurs unter der Studierenden und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fachs zu stärken, in der Hoffnung, der Theorie vom Theater neue Perspektiven aufzeigen können.

Programm
10-10.30 Einlass und Begrüßung

10.30 – 11.15 Christopher Weickenmeier „What if where I am is what I need?“ Sara Ahmeds Queer Phenomenology

11.15 – 12.00 Hanna Steinmair “I am taking to the Streets to speak with you because there seems to be no other way to get through": Queer Temporality am Beispiel Sharon Hayes‘

12.15 – 13.00 Philipp Krüger Ästhetisches Erfahren und künstlerische Praxis im Spannungsfeld des Inszenierungsprozesses von „Lonely Planet“. Ein Zugriff auf sich selbst oder die Lust am Scheitern.

13.00 – 14.00 Mittagspause

14.00 – 14.45 Ines Wuttke Strategien des Zuschauens Eine teilnehmende Beobachtung

14.45 – 15.30 Gregor Glogowski „Man muss die Dinge aufbrechen. Man muss eine Sahara aus ihnen machen.“ Von Fried und Greenberg weg in Fluchtlinien.

15.30 – 16.15 Helen Brecht N Lesen. Zu den Begriffen der »Lesbarkeit« und der »Aktualisierung« in Walter Benjamins Geschichtsphilosophie

ca. 16.15 Schluss

Anfahrt
Die Probebühne II befindet sich nicht im Institutsgebäude der ATW, sondern im Schiffenberger Weg 115, 35394 Gießen. Sie erreichen die Bühne mit den Buslinien 10, 801 und 802, Haltestelle Siemensstraße.

Bei Fragen schreiben Sie bitte an hiwi-theater@theater.uni-giessen.de