Justus-Liebig-Universität GießenInstitut für Angewandte Theaterwissenschaft
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FluchtPunktKunst


Fluchtpunkt Kunst - Fallbeispiel Frankfurt am Main (2004)

Kooperationspartner von »Flucht Punkt Kunst« sind das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Gießen, die Architectural Association London, das Schauspiel Frankfurt, das Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, der Frankfurter Kunstverein und die Städelschule Frankfurt.

gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes


Eine Recherche

Wie kann sich Kunst im Kontext verändernder Metropolen definieren? Verändert sie ihre Haltungen, ihre Formen, ihre Inhalte, ihre Orte, wenn sie auf eine nomadische Gesellschaft reagiert? Fragen zu stellen, ohne gleich Antworten zu erwarten, eine Irritation, eine Beobachtung zu formulieren, ohne Gegenkonzepte anbieten zu können, dies war der Ausgangspunkt der Workshops von Flucht Punkt Kunst. An fünf Wochenenden lud schauspielfrankfurt Wissenschaftler und Künstler ein, um sich über die Disziplinen hinweg ein Bild von Kunst und Gesellschaft im Zeitalter der Globalisierung zu machen.

Frankfurt am Main diente für diese Überlegungen als Fallbeispiel einer Finanzmetropole, die sich durch Flexibilität und einen kontinuierlichen Austausch ihrer Bevölkerung auszeichnet. Als Transitstadt hat sie die höchste Migrationsquote in Deutschland und steht modellhaft für eine Dezentralisierung urbaner Strukturen, die dem kulturellen Alltag eine neue Funktion zuweisen möchte, um ihn in die post-kapitalistischen Konsumparameter einzubinden. Kultur wird damit nicht mehr als Standortfaktor für gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen gesehen, sondern als austauschbare Software, die auf schnell sich ändernde Bedürfnisse reagiert.

An den Diskussionen von Januar 2004 bis Mai 2004 nahmen Heiner Goebbels (Komponist, Regisseur, Professor für Angewandte Theaterwissenschaften der Universität Gießen, seit 2006 Präsident der Hessischen Theaterakademie), Wanda Golonka (Choreographin, Regisseurin am schauspielfrankfurt), Nikolaus Hirsch (Architekt, Unit Master an der Architectural Association in London (seit 2000) sowie Gastprofessor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften der Universität Gießen (2003 – 2004) und an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (2004)), Peter Kroher (Dramaturg, schauspielfrankfurt), Vanessa Joan Müller (vormals Kuratorin im Frankfurter Kunstverein, seit 2006 Direktorin für den Kunstverein der Rheinlande und Westfalen), Elisabeth Schweeger (Intendantin, schauspielfrankfurt), Susanne Traub (Dramaturgin) sowie Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich Angewandte Theaterwissenschaften der Universität Gießen teil.


Flucht Punkt Kunst I

Identität und Verwurzelung versus dezentriertes „Nomadentum“: keine Mitte, kein Ort als Heimat, Konsequenzen für den Identitätsbegriff

zu Gast: Thomas Hauschild und Hartmut Häußermann


Flucht Punkt Kunst II

Auflösung von Spache – projizierte Körperlosigkeit im virtuellen Netzraum

zu Gast: Detlev B. Linke


Flucht Punkt Kunst III

Bewegungsspielraum versus Standort: „everything global finally local“?

zu Gast: Otto E. Rössler und Heiko Idensen


Flucht Punkt Kunst IV

Orte der Kunst – braucht Kunst spezielle Orte/Räume?

zu Gast: Martina Löw und Jean Odermatt


Flucht Punkt Kunst V

Funktionen der Kunst

zu Gast: Klaus Heid und Joseph Vogl



Diese Recherche – gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes – wurde in einer Publikation des belleville verlag, München, zusammengefasst.

Flucht Punkt Kunst
Herausgegeben von Elisabeth Schweeger
belleville verlag, München, und schauspielfrankfurt; 2006
ISBN 3-936298-41-6
Erhältlich im schauspielfrankfurt für € 24