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Ernst Vollbehr

Maler

Ernst Vollbehr (* 25. März 1876 in Kiel, † 13. Mai 1960 in Krumpendorf/Wörthersee (Österreich)) war ein Landschafts-, Reise- und Kriegsmaler sowie Schriftsteller und Illustrator. Er bereiste u.a. er im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts deutsche, britische und niederländische Kolonien und hielt seine Erfahrungen in Skizzen, Illustrationen, Ethnographiken, Zeitschriftenartikeln und Büchern fest. Sein Grab befindet sich auf dem Marburger Hauptfriedhof.

Ausbildung und Entdeckung der Reisemalerei

Ernst Vollbehr begann 1892 eine Lehre als Dekorationsmaler am Hoftheater in Schwerin, wechselte dann aber 1895 aus Geldnot den Beruf und wurde Anstreicherlehrling in Wismar. Ab 1897 konnte er dank der Kieler Mäzenatin Thomsen-Scholvien ein Kunststudium beginnen. Zunächst studierte er in Berlin und Dresden, danach in Paris und Rom. Um das Jahr 1900 näherte er sich dann dem Jugendstil an. Durch Expeditionsreisen nach Albanien (1904) und Brasilien (1907) entdeckte er die Reisemalerei für sich. Von 1909 bis 1914 reiste er in die vier deutsch-afrikanischen Kolonien, wobei er tausende von Werken kreierte. Im Ersten Weltkrieg war er Kriegsmaler an der Front und riskierte dabei nicht selten sein Leben. Seine Landschafts- und Kriegsgemälde machten ihn schließlich zu einem der populärsten Künstler Deutschlands. So wurden seine Werke unter anderem bei der Großen Deutschen Kunstaustellung gezeigt.

Bilder in der NS-Zeit und danach

Nach 1933 malte er im Staatsauftrag Fritz Todts Bilder von Reichsparteitagen, Olympiaanlagen und dem Bau der Reichsautobahnen. In seinen Bildern verherrlichte er damit den Nationalsozialismus. Adolf Hitler ließ seine Kriegsbilder durch die NSDAP kaufen und ließ ihn trotz damaliger Aufnahmesperre im Juli 1933 in die Partei aufnehmen. Ab 1930 war Vollbehr außerdem mit Motiven aus verschiedenen Ländern Illustrator des 13-bändigen „Handbuch der Geographischen Wissenschaft“ von Fritz Klute.

Nach dem Krieg fertigte Vollbehr vor allem Landschaftsbilder in Schleswig-Holstein an. Mitte 1950 zog es ihn dann wegen seiner dritten Ehefrau Maria Küch, mit der er seit 1943 verheiratet war, nach Marburg. Um 1955 bis 1957 verkaufte er ca. 800 Bilder an das Geographische Museum in Leipzig. Er verstarb am 13. Mai 1960 in Krumpendorf/Wörthersee in Österreich, sein Grab befindet sich auf dem Marburger Hauptfriedhof.

Ausschnitt einer Liste von Veröffentlichungen Ernst Vollbehrs

  • Deutschlands Kolonien. Deutsch Südwest-Afrika, Karlsruhe 1910. (Mappe mit 10 Bildtafeln und knapper Erläuterung).
  • Im Lande der deutschen Diamanten. Tagebuch von einer Reise in Südwest, Cöln 1912. (Mit Federzeichnungen).
  • Mit Pinsel und Palette durch Kamerun, Leipzig 1912.
  • Kriegsbilder-Tagebuch, München 1915. (Tagebuch-Aufzeichungen, Fotos und Gemälde).
  • Bei der Heeresgruppe Kronprinz, München 1917. (2. Teil des Kriegsbilder-Tagebuchs).
  • Das Gesicht der Westfront, Potsdam 1932.
  • Bunte leuchtende Welt, Berlin 1935.

(Quelle: http://www.ernst-vollbehr.de)

Literatur

  • Konrad Schuberth: Gestrandet in Marburg. Zum 50. Todestag des Weltmalers Ernst Vollbehr am 10. Mai 2010, in: www.ernst-vollbehr.de.
  • Hermann Thomsen: Deutsches Land in Afrika, München 1912. (Enthält viele farbige Bilder Vollbehrs aus Deutsch Ost-Afrika und Deutsch Südwest-Afrika).
  • Walter Moritz: Die Sandwüste hat eine Zukunft. Tagebuch und Zeichnungen des Malers Ernst Vollbehr 1910, Werther 1994.
de/personen/kuenstler_und_baumeister/ernst_vollbehr.txt · Zuletzt geändert: 2015/05/05 10:00 (Externe Bearbeitung)