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de:kolonialkritische_akteure_und_akteurinnen:weltjugendtag_auf_der_burg_ludwigstein_im_jahr_1929

Weltjugendtag auf der Burg Ludwigstein im Jahr 1929

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es in Europa zu einer Reihe von internationalen, pazifistisch orientierten Jugendtreffen. Auf diesen gewannen die Themen Kolonialismus und Kolonialkritik zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 1925/26 warben der Amerikaner Thomas Q. Harrison und der Engländer Harold Bing für die Schaffung eines Weltbundes der Jugend.

In Deutschland stieß dieser Gedanke v.a. in der radikal-pazifistischen Weltjugendliga, insbesondere in ihrer Frankfurter Gruppe auf großes Interesse. Der Leiter der deutschen Geschäftsstelle des Weltbundvorbereitungsauschusses und Sekretär des deutschen Weltjugendligaverbandes Werner Jantschke war zugleich Gauleiter des Gaus Rhein-Main der Weltbund-Arbeitsgemeinschaft Deutschland.

Zur Vorbereitung des Weltbundes kam es im Jahr 1927 in Freusburg zu einem Treffen von 350 Aktivisten, davon ca. ein Drittel aus dem Ausland. Alfons Paquet warb für den Weltbund in der Frankfurter Zeitung. Den Höhepunkt erreichten die Planungen im Jahr 1928 als es zu einem Treffen in Ommen, Niederlande, kam, an dem ca. 500 Teilnehmer aus 30 Ländern teilnahmen. Anschließend trafen sich die hessisch-nassauischen Jugendbünde im Januar 1929 zu einer Tagung, auf der Paquet zum Thema Imperialismus sprach. Es folgte eine weitere Tagung auf der Burg Ludwigsstein im Mai 1929. Auf diesen Treffen kam es jedoch nicht wie ursprünglich geplant zur Gründung des Weltbundes, vielmehr zeigte sich, dass die Gründungspläne sowohl aufgrund innerer Divergenzen zwischen den einzelnen Gruppen als auch angesichts der beginnenden Weltwirtschaftskrise bereits enorm an Dynamik verloren hatten. Im Jahr 1930 kam es zu einem letzten kleinen Treffen in Berlin.[1]

Neben Alfons Paquet war auch Wolfgang Abendroth am Weltbund interessiert. Letzterer sprach u.a. auf dem Treffen auf der Burg Ludwigstein.[2]

Literatur

  • Für einen Weltbund der Jugend. Bericht über das Weltjugendtreffen auf der Freusburg. Wege zu einem Weltbund der Jugend für den Frieden. Eine überbündische Aussprache, Frankfurt am Main 1927.
  • Oliver M. Piecha: Wie der Antiimperialismus unter die deutsche Jugend kam. Der Plan für einen Weltbund der Jugend in der Weimarer Republik, in: Historische Jugendforschung. Jahrbuch des Archivs der deutschen Jugendbewegung, 2/2005, S.129-147.
  • [1] Oliver M. Piecha: Wie der Antiimperialismus unter die deutsche Jugend kam. Der Plan für einen Weltbund der Jugend in der Weimarer Republik, in: Historische Jugendforschung. Jahrbuch des Archivs der deutschen Jugendbewegung, 2/2005, S.129-147.
  • [2] Thesen der Delegierten Muth, Benner und Abendroth auf der Ludwigstein-Tagung zum Thema „Friede und Proletariat, bürgerliche und proletarische Jugendbewgung“, in Freie sozialistische Jugend, 1929, 5. Jg., Nr. 5, S. 50-51.
de/kolonialkritische_akteure_und_akteurinnen/weltjugendtag_auf_der_burg_ludwigstein_im_jahr_1929.txt · Zuletzt geändert: 2015/05/05 10:00 (Externe Bearbeitung)